Es geht weiter … neuer Pfarrer für die SE Donau-Heuberg: Herzliches Willkommen!

Wir dürfen ein neues Gesicht und einen neuen Pfarrer in der Seelsorgeeinheit willkommen heißen: Pfarrer Joseph Mujuni. Wir freuen uns sehr, dass uns die Diözese einen zweiten Priester zugeteilt hat. Pfarrer Joseph hat in der ersten Juliwoche das Pfarrhaus in Mühlheim bezogen und seinen Dienst begonnen. Wir heißen ihn herzlich Willkommen.

Ich heiße Joseph Mujuni und komme aus Uganda- Ostafrika. Am 3. Mai 1971 wurde ich geboren. Ich bin der Zweitjüngste von acht Kindern. Zwei meiner Geschwister sind bereits im Alter von 45 und 52 Jahren gestorben. Unser Vater wurde schon vor langer Zeit ermordet, er war jung auch wir Kinder waren noch klein. Am Hochfest der Uganda Märtyrer am 3. Juni 2017, ist auch meine Mutter, am Wallfahrtsort in Namugongo, in der Messe plötzlich gestorben. Gott schenke ihnen die ewige Ruhe!

Als junger Knabe, mit dreizehn Jahren trat ich ins Knabenseminar in Fort Portal ein. Die Ausbildung dort dauerte sechs Jahre. Als Teil meiner Priesterausbildung, machte ich dann ein dreijähriges philosophisch-religiöses Studium. Gleich danach habe ich im Knabenseminar Religion unterrichtet und an der Ausbildung der Seminaristen teilgenommen. Obwohl ich es nicht ahnen konnte, schickte mich mein Bischof nach Innsbruck in Österreich für mein Theologie-Studium. Alles war für mich völlig neu. Allmählich und mit Gottes Hilfe, lernte ich einige Menschen in meiner Umgebung kennen und konnte immer wieder mit ihnen etwas unternehmen. Dadurch lernte ich die deutsche Sprache besser und mein Aufenthalt wurde ein wenig leichter. 2001 empfing ich durch die Hand des Bischofs Alois Kothgasser in der Jesuitenkirche in Innsbruck, die Diakonenweihe. Ein Jahr danach wurde ich am 7. Dezember 2002 von meinem Heimatbischof, Paul Kalanda, in Uganda zum Priester geweiht.

Mein Weihespruch war:  „Wer sich aber rühmt, der rühme sich des HERRN.“ (2 Kor 10, 17). Auch das Gebet für den Frieden vom Hl. Franz von Assisi  hat mich in der Vorbereitung auf meine Aufgabe als Priester begleitet und ich nahm es als meinen zweiten Weihespruch:  „Herr, mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,   …“ Da geht es mir darum, zu lieben, da wo man hasst,  zu verzeihen, wo man beleidigt, zu verbinden, wo man streitet, zu trösten, wo man trostlos ist; einfach da zu sein und Gott in seinem Volk zu dienen.                                                             

Nach meinem achtjährigen Dienst in meiner Heimat Diözese Fort Portal, sieben  Jahren davon als Pfarrer, hat sich mein Bischof entschieden, mich wieder nach Europa für ein Doktoratstudium in Moraltheologie zu schicken. Das Thema meiner Forschung hat eine starke Verbindung mit meiner pastoralen Erfahrung. Krankheit und der Mangel an medizinischer Versorgung machen die Menschen in Afrika, insbesondere in Uganda, Kummer. Viele Menschen sind direkt oder indirekt vom AIDS-Schicksal betroffen. Solche Menschen sind mir in der Seelsorge zuhause begegnet. Ihre Fragen, ihre Ängste und das Bedürfnis, ihnen nahe zu stehen, ermutigten mich, über diese Krankheit zu forschen. Es ging mir darum, herauszufinden; warum es uns nicht gelingt, die AIDS-Problematik einzudämmen trotz  aller getroffenen Maßnahmen  seitens der Kirche, der verschiedenen Organisationen und der Regierung. Auch die Frage, wie wir als Theologen über dieses Problem reden können, um die Menschen zu einer freien und persönlichen Lebensänderung aufzufordern, beschäftigte mich in meiner Forschung. Wie kann das Leiden Christi eine Ermutigung für die an AIDS erkrankten Menschen und ihren Familien eine Quelle des Trostes sein?  Im Oktober 2014 habe ich dieses Studium zum Thema HIV/AIDS als eine tödliche Bedrohung der Familien Ugandas mit Auszeichnung abgeschlossen.

Ich ging dann nach Hause zurück und im Auftrag meines Bischofs, kam ich nach einer kurzen Zeit zurück nach Deutschland. Persönlich hätte ich mich sehr gerne weiter in Ehe und Familienfragen spezialisiert, aber dieses Studium war mir letztlich doch zu teuer, um es finanzieren zu können. Ich entschied mich dafür, mich selbst weiter zu bilden und in dem Bereich zu forschen. Augenblicklich bin ich auch in der Ausbildung zum Trauerbegleiter.

Ich bin sehr froh, dass ich in der Seelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart mitwirken darf. Diese Diözese ist mir bekannt, weil ich über viele Jahre in Deißlingen bei Rottweil die Urlaubsvertretung gemacht habe. Ich war in der Zeit der Vakanz in den Dekanaten Ostalb, Esslingen-Nürtingen und Biberach Stadt.

Jetzt freue ich mich auf eine gute Zusammenarbeit in der Seelsorgeeinheit Donau-Heuberg. Ich würde von mir sagen, dass ich gerne mit Menschen ins persönliche Gespräch komme. Sie können mich auf Ihre Anliegen, Sorgen und Nöte, aber auch Freuden immer gerne persönlich ansprechen. Besonders liegen mir auch die Kinder und Jugendlichen am Herzen. Ich werde mich bemühen, mir ein offenes Ohr und ein offenes Herz neben den vielen Aufgaben zu erhalten. Und ich brauche sicherlich Ihre Hilfe und Ihre Unterstützung, liebe Gemeinden.

Der Segen Gottes komme auf uns herab und begleite uns und unsere Bemühungen.

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© Seelsorgeeinheit Donau-Heuberg · 2016